Hallo made,
ich bin nicht von den Tine 2.0 Entwicklern (Rechteinhabern), kann also nichts zum konkreten Einzelfall sagen. Ich bemerke nur immer mal wieder Missverständnisse in Bezug auf OSS, deshalb noch meine Anmerkungen.
made wrote:1. Bezieht sich "Anpassungen machen" auch auf selbst geschriebene (neue) Module ohne Änderung am bereits bestehenden Code? Müssen neue Module auch unter AGPL veröffentlicht werden, oder dürfen die unter einer anderen Lizenz laufen?
Inwieweit ein "verbundenes" oder "abgeleitetes" Werk vorliegt, ist in der Praxis meist schwer zu bestimmen. Die meisten gehen auf Nummer sicher und gehen im Zweifel davon aus. Interessant sind solche Modelle, wie die Mozilla Licence, die letztlich auf geänderte Dateien abstellen. Dazu gehört aber die AGPL definitiv nicht. GEFÜHLT würde ich sagen, mit php im Rahmen von Frameworks (hier Zend) ist keinerlei Kombination möglich, ohne dass die AGPL für alles weiter gilt (also echt "viral").
made wrote:Hintergrund:
Ich überlege Tine als Codebasis für eigene, nicht Open-Source-Module zu verwenden (der Kunde würde das nicht wollen).
Ich weiß nicht, wie konkret du das einsetzen willst. Aber die Verpflichtung nach (A)GPL bedeutet nicht, ein eigenes Projekt auf zu machen. Man muss den Code auch nicht Jedermann, sondern nur dem Empfänger des Kompilats (GPL) bzw. dem Nutzer (AGPL) zur Verfügung stellen.
Wenn du mithin ein Modul schreibst, das nur von dem Auftraggeber und seinen Angestellten genutzt wird, hast du die Bedingungen letztlich eingehalten. Javascript bekommt jeder und php ist ja auch Quellcode. Was du nicht verhindern kannst ist, dass der Auftraggeber das weitergibt.
So traurig es ist, es sind genügend Konstellationen denkbar, in welchen das Arbeitsergebnis NICHT an das Projekt zurück fließt. Allerdings ist sowas grundsätzlich nicht zu warten. Insofern sollten die Kernbestandteile auf jeden Fall upstream kommen, alles Andere ist fahrlässig, meinst du nicht?
made wrote:3. Wenn man sich "freikauft", wie sieht das dann mit den Lizenzen der anderen Komponenten die Ihr nutzt aus (z.B. ExtJS). Muß man dafür dann auch eine kommerzielle Lizenz erwerben?
OSS ist ziemlich simpel, wenn man selbst OSS schreibt. Die Mischung ist extrem einzelfallabhängig. Deine Überlegung mit dem extJS hätte ich bspw. übersehen
